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Beinahe raus aus dem Elend

Zwei Rapperinnen aus Brasilien präsentieren "Antonia" im Kino Atelier

Die Rapperinnen der Band „Antônia“ begeisterten beim Cine Latino 2009. Jetzt kommt der Film ins reguläre Kinoprogramm. Zwei der Darstellerinnen waren zu Gast im Kino Atelier.

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Dorothee Hermann
Artikelbild: Zwei Rapperinnen aus Brasilien präsentieren "Antonia" im Kino Atelier Cindy Mendes Bild: Faden

Der brasilianische Spielfilm Antônia zeigt die vier Freundinnen Preta (Negra Li), Barbara, Mayah und Lena (Cindy Mendes), denen es mit ihrer gleichnamigen Rap-Band beinahe gelingt, aus dem Elendsviertel Vila Brasilândia am Rand von São Paulo herauszukommen. Dann holt die Härte der Verhältnisse sie ein.

Tata Amaral, eine der bekanntesten Filmemacherinnen Brasiliens, fand ihre vier Darstellerinnen über ein Casting. Während das fiktive Freundinnen-Quartett stets eine großartige Spontaneität ausstrahlt, können Negra Li und Cindy Mendes auch ziemlich geschäftsmäßig sein. Ihre nächsten CDs, die Karriere als Musikerin ist ihnen mindestens so wichtig wie der Film. Schließlich liegen die Dreharbeiten schon ein paar Jahre zurück.

Die mitreißende Power der vier Freundinnen ist die Botschaft, die die Regisseurin dem Film geben wollte, sagt Negra Li beim Interview im Café Haag. „Amaral wollte zeigen, wie stark diese Frauen sind. Die Realität in Brasilien ist oft nicht so, dass die Frauen forsch nach vorne gehen.“

Artikelbild: Zwei Rapperinnen aus Brasilien präsentieren "Antonia" im Kino Atelier Negra Li Bild: Faden

Wer den Film sieht, könnte fast glauben, dass (junge) Frauen noch in erdrückenden Lebensverhältnissen viel besser zurecht kommen als ihre männlichen Altersgenossen, deren Absturz in Gewalt und Drogen vorgezeichnet scheint. Das aber ist, wie gesagt, der Blick der Regisseurin, Jahrgang 1960, die „Antônia“ als Abschluss einer Trilogie über Frauenbilder drehte. Als einzige der vier ist Negra Li selbst in Vila Brasilândia aufgewachsen. Deshalb sei sie so durchtrainiert, scherzt sie, man müsse dort immer so viel bergauf und bergab laufen.

Inzwischen wurde sie unter anderem in den Chor der Universität São Paulo eingeladen. Die Schauspielerin und Sängerin Cindy Mendes, 21 Jahre alt, arbeitete früher als Model. Mit 13 hatte sie ihre erste Band. „Wir machten Rock und Hip-Hop“, sagt sie und lacht bei der Erinnerung. „Es war eine sehr schlechte Band.“

In der brasilianischen Rap-Szene gibt es viele Sängerinnen, sagt Negra Li. Aber: „Die meisten hören auf, wenn sie Kinder bekommen.“ Oder sie arbeiten dann als „Friseurin oder so“ und schaffen es nicht mehr, ihre Karriere als Musikerin fortzusetzen. Die 30-Jährige hält nichts davon, derart zurückzustecken.

Ihr Freund und die gemeinsame sechs Monate alte Tochter Sofia sind bei der aktuellen Tour durch deutsche Kinos dabei. Zwischen den beiden Samstags-Vorstellungen im Atelier legten Negra Li und Mendes einen A-cappella- Auftritt hin.

Als „Antônia“ 2007 auf der Berlinale vorgestellt wurde, waren die beiden das erste Mal in Deutschland. Seither wissen sie, was Schnee ist. „Sehr romantisch, sehr schön, super“, finden sie deshalb sogar die eisigen Tübinger Frühlingstage. Berlin haben sie in bester Erinnerung. „Das war wie Hollywood. Roter Teppich. Glamour“, wirft Negri Li in raptypischen Kürzestsätzen hin.

18.03.2010 - 10:45 Uhr | geändert: 30.03.2010 - 13:12 Uhr

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... Großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten ...


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