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Ossie-Kultur heute

Neu in der Mache: "Hotel Deutschland 2" vom Tübinger Stefan Paul

Sequels gibt's nicht nur aus Hollywood. Auch der Tübinger Stefan Paul dreht gerade eine Fortsetzung seines Doku-Essays "Hotel Deutschland" aus den frühen neunziger Jahren.

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Klaus-Peter Eichele
Artikelbild: Neu in der Mache: "Hotel Deutschland 2" vom Tübinger Stefan Paul Bei den Dreharbeiten: Kameramann Ludolph Weyer ("Die Manns"), Stefan Paul und "Reiseleiter" Wolfgang Krause Zwieback,
Das 1992 in die Kinos gekommene Original war eine Hommage an die Aufbruchstimmung in den ostdeutschen Kulturszenen während und kurz nach der Wende. Gewährlseute waren unter anderem der Chef des Leipziger Gewandhaus-Orchesters Kurt Masur und die damals durch den deutschen Osten tourende New Yorker Musikperformerin Laurie Anderson.

Zwanzig Jahre später, findet Paul, ist es an der Zeit für eine erneute Bestandsaufnahme - und die fällt ernüchternd aus. Zwar gebe es in den größeren Städten des Ostens eine intakte subventionierte Hochkultur - die "zweite", unabhängige Kultur - freie Theater, kleine Galerien, Musikclubs, Kunstkinos - sei jedoch bis auf wenige Ausnahmen vom Erdboden verschwunden. Paul hat das selbst zu spüren bekommen: Seine anfangs gut laufenden Programmkinos, die er nach der Wende in Leipzig aufgemacht hat, litten in jüngerer Zeit mehr und mehr an Besucherschwund.

Im Stil eines dokumentarischen Roadmovies will der Tübinger Kinobesitzer (Arsenal), Verleihchef und Filmemacher (Rio Reiser) herausfinden, was aus den alten Szeneorten und Kulturmachern geworden ist. Die Reiseleitung nach Leipzig, zum Prenzlauer Berg, aber auch in Provinzstädte wie Neuruppin hat wie schon im ersten Teil der freie Theaterregisseur Wolfgang Krause Zwieback inne. Laurie Anderson, die gerade eine neue, hoch gelobte Platte herausgebracht hat, will sich mit einem Song an dem Projekt beteiligen.

Auf keinen Fall, sagt der gebürtige Leipziger Paul, soll der Film eine "ostige Weltuntergangshaltung" einnehmen, vielmehr den Verfall mit Witz und Ironie kommentieren. Auch die ein oder andere Erfolgsgeschichte soll erzählt werden: So kommt mit dem Maler Neo Rauch einer der wenigen Kulturweltstars des deutschen Ostens im Interview zu Wort. Herauskommen soll die Doku, in die Paul auch älteres Material aus der Wendzeit und DDR-Wochenschauen einmontieren will, zur Berlinale im Februar 2011.
06.08.2010 - 14:57 Uhr | geändert: 28.09.2010 - 18:48 Uhr
Zuletzt Kommentiert

Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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