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Selbst ist der Eskimo

Kino Museum zeigt im Februar Filme von amerikanischen Ureinwohnern

 Ein Film-Jahrhundert lang wurden sie von Hollywood als die bösen oder auch mal edlen Wilden am Nasenring vorgeführt. Inzwischen nehmen die nordamerikanischen Ureinwohner selbst die Kamera in die Hand, um der Welt ihr Leben und ihre Geschichte zu überliefern. Beispiele zeigt im Februar das Deutsch-amerikanische Institut im Kino Museum.

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Klaus-Peter Eichele

Die vier Filme, die immer mittwochs (außer am 8. Februar) vorgeführt werden, sind ein "Best Of" des American Indian Film Festivals, das jedes Jahr in San Francisco stattfindet und einen Ableger in Stuttgart hat.

Die Reise beginnt am Mittwoch, 1. Februar, um 20.30 Uhr mit On The Ice am Schauplatz Barrow, der größtenteils von Inuit bewohnten nördlichsten Gemeinde der USA in Alaska. Alte Eskimo-Tradition existiert an diesem Außenposten der Zivilsation nur noch als Folklore; in die Bar oder zur Jagd fährt man mit dem Motorschlitten, die Jugend frönt dem Hip-Hop. Kehrseite der Moderne sind teils kaputte Familien, Drogen und Alkohol im Übermaß. Letzteres führt zu einem tödlich endenden Streit zweier Teenager. Der Kumpel des Täters hilft, die Bluttat zu vertuschen - und leidet fortan unter erdrückenden Schuldgefühlen und der Angst, sein misstrauischer Vater könnte ihm auf die Spur kommen.

Regisseur Andrew Okpeaha MacLean, der zuvor das erste Theater in der Inuit-Sprache Iñupiaq mitbegründet hat, verknüpft in seinem (englischsprachigen) Debütfilm erzählerisch virtuos Krimi, Psychodrama und Milieustudie. Bildsprachlich überzeugt der Kontrast von dörflicher Enge und der endlosen Weite der Schneewüste. Dafür gab es im Vorjahr den Gläsernen Bären für den besten Jugendfilm der Berlinale.

In den drei anderen Filmen geht es vorwiegend um "klassische" Indianer, deren Zerrbild man aus den einschlägigen Western kennt. Genau davon handelt die Doku "Reel Injune" (15. Februar), die anhand von Interviews, unter anderem mit Clint Eastwood, um die Frage kreist: Was haben diese „Hollywood-Indianer“ zum Verständnis und Missverständnis der indigenen Amerikaner beigetragen? Der Spielfilm "Older Than America" (22. Februar) behandelt ein besonders dunkles Kapitel der kanadischen Politik: Bis in die achtziger Jahre hinein wurden Kinder von Ureinwohnern ihren Eltern weggenommen und in meist kirchliche Internate gesteckt, wo sie notfalls mit Gewalt zu guten Kanadiern und Christen umerzogen wurden. "Water Flowing Together" (29. Februar) porträrtiert zum Abschluss der Reihe Jack Soto, einen Solotänzer des New York City Balletts mit sowohl navajo-indianischen als auch puertoricanischen Wurzeln. Alle Filme laufen in der Originalfassung.

30.01.2012 - 17:18 Uhr | geändert: 28.02.2012 - 11:16 Uhr

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... Großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten ...


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