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Dreharbeiten in Tübingen

Jungstar August Diehl spielt Ensslin-Geliebten Bernward Vesper

Fünf Jahre nach "Requiem" wird Tübingen wieder zur Arena eines Kinofilms: Unter dem Titel "Wer, wenn nicht wir" verfilmt Andres Veiel ("Black Box BRD") die Liebesgeschichte von Gudrun Ensslin und Bernward Vesper.

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Klaus-Peter Eichele
Artikelbild: Jungstar August Diehl spielt Ensslin-Geliebten Bernward Vesper Der in Stuttgart aufgewachsene Regisseur Andrea Veiel hat sich schon im Dokumentarfilm "Black Box BRD" mit dem Thema RAF auseinandergesetzt. "Wer, wenn nicht wir" ist sein erstes Spielfilm-Projekt.
Am Tübinger Originalschauplatz wird im April und Mai die erste Phase dieser tragisch gescheiterten Beziehung filmisch rekonstruiert. Denn an der hiesigen Uni haben sich die schwäbische Pfarrerstochter und der Sohn des Nazi-Dichters Will Vesper  Anfang der sechziger Jahre kennen gelernt und ineinander verliebt. Die beiden Studenten vereinte der Drang, spannungsgeladenen Familienverhältnissen zu entkommen - was Vesper jedoch nicht daran hinderte, die völkischen Romane und Gedichte seines verstorbenen Vaters neu herauszugeben. Ensslin half ihm dabei nach Kräften und schrieb sogar eine Rezension für die rechtsradikale National-Zeitung. Zugleich waren beide aber auch in der Anti-Atom-Bewegung aktiv.

Der Tübinger Michael Kapellen  hat über diese eigentümliche Episode im Vorfeld der bleiernen RAF-Zeit vor ein paar Jahren eine spannende Studie veröffentlicht. Veiels Drehbuch beruht allerdings auf Gerd Koenens  biografischer Erzählung "Vesper, Ensslin, Baader". Sie spannt den Bogen weiter nach Berlin, wo die beiden im Trubel der Studentenrevolte politisch und persönlich auseinandergedriftet sind.
Artikelbild: Jungstar August Diehl spielt Ensslin-Geliebten Bernward Vesper Vesper-Darsteller August Diehl im Oscar-dekorierten Film "Die Fälscher".
Ensslin ging schließlich mit Andreas Baader und Ulrike Meinhof in den Untergrund. Vesper kümmerte sich eine Weile um den gemeinsamen Sohn und schrieb den Roman "Die Reise", der später zum Kultbuch der Achtundsechziger avancierte. 1971 starb er in der Psychiatrie.

Die Rolle von Vesper übernimmt mit August Diehl einer der momentan angesagtesten deutschen Schauspieler ("Buddenbrooks", "Inglourious Basterds"). Ensslin wird von Kino-Newcomerin Lena Lauzemis gespielt. Als Drehorte sind unter anderem der Tübinger Bahnhof, die Münzgasse, das ehemalige Löwen-Kino und die Weinstube Göhner anvisiert. Gesucht werden noch jede Menge Komparsen; Castings sind am 13. und 20. März, 12 bis 17 Uhr, in den Studios von Momentum-photo (Sindelfinger Straße 3, näheres auf der Webseite www.bcasted.de).
01.03.2010 - 19:50 Uhr | geändert: 30.03.2010 - 13:12 Uhr
Zuletzt Kommentiert

Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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