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Haudegen unter Oscar-Verdacht

Im Kino Museum kann man durch Clint Eastwoods Karriere flanieren

Momentan läuft sein brandneues Opus über Nelson Mandela in den deutschen Kinos. Und in den kommenden Wochen kann man sich im Kino Museum durch die gesamte Karriere von Clint Eastwood treiben lassen.

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Artikelbild: Im Kino Museum kann man durch Clint Eastwoods Karriere flanieren Clint Eastwood 1966: "Zwei glorreiche Halunken".

Als der Schauspieler Mitte der sechziger Jahre in Sergio Leones Italowestern Für eine Handvoll Dollar und Zwei glorreiche Halunken ins Rampenlicht trat, hätte es kaum jemand für möglich gehalten, dass dieser rüpelhafte Revolverheld im hohen Alter zum stets Oscar-verdächtigen Regie-Star mit Arthaus-Ambitionen aufsteigen würde.

Zumal der Kalifornier auch in der Folgezeit vor allem sein Image als Raubein und Draufgänger pflegte: In Agenten sterben einsam (1968) mischt er zusammen mit Richard Burton die Nazi-Wehrmacht auf. Die Rolle des unnahbaren Cops Dirty Harry (1971), der mit dubiosen Methoden einen psychopathischen Killer zur Strecke bringt, machte ihn vollends zur von feinsinnigen Cineasten weiträumig gemiedenen Action-Ikone.

Artikelbild: Im Kino Museum kann man durch Clint Eastwoods Karriere flanieren Clint Eastwood 1992: "Erbarmungslos"

  Nebenbei hatte Eastwood in gelegentlichen Regie-Arbeiten zwar durchaus Talent angedeutet – dennoch kam es überraschend, dass der Held des hemdsärmligen weißen Amerika sich 1988 an die Verfilmung der Biografie der afroamerikanischen Jazzlegende Charlie Parker heranwagte und für Bird auch noch wohlwollende Kritiken einheimste. Der endgültige künstlerische Durchbruch als Regisseur kam vier Jahre später mit dem melancholischen Western Erbarmungslos, der vier Oscars gewann.

Statt mit diesem Triumph in den verdienten Ruhestand abzutreten, dreht Eastwood, der am 31. Mai seinen 80. Geburtstag feiert, seitdem fast jedes Jahr einen neuen Film – und wird immer besser. Kostproben aus dieser Zeit sind die intime Bauernhof-Romanze Die Brücken am Fluss, der finstere Psychokrimi Mystic River und das wiederum Oscar-dekorierte Boxerinnen-Drama Million Dollar Baby.

Artikelbild: Im Kino Museum kann man durch Clint Eastwoods Karriere flanieren Clint Eastwood 2008: "Gran Torino".

Galt der frühe Eastwood vielen Kritikern wegen seines Faibles für gewaltgeile Figuren als rechter Hardliner, wird er heute als Stimme des anständigen Konservatismus in den USA verehrt – besonders nach seinem Publikumshit Gran Torino, in dem sich ein rassistischer Redneck zum Freund und Helfer bedrängter Einwanderer mausert. 

Die (fett gedruckten) Filme laufen wöchentlich von Montag bis Mittwoch um 18 Uhr im Kino Museum.

19.02.2010 - 16:57 Uhr | geändert: 30.03.2010 - 13:11 Uhr
Zuletzt Kommentiert

Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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