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Im Waldhorn macht's die Mischung

Ein ganz besonderes Kino auf dem Land

Wenn die Bundesregierung Ende September in Berlin ihre Kino-Prämien vergibt, ist auch das Kino im Waldhorn wieder dabei. Wie fast immer, sagt Elmar Bux, denn in Rottenburg passen preiswürdiges Programm und Publikum offenbar gut zusammen.

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Willibald Ruscheinski
Artikelbild: Ein ganz besonderes Kino auf dem Land Waldhorn-Betreiber Elmar Bux

„Nagold und Herrenberg gehören zu unserem Einzugsgebiet“, sagt der studierte Biologe, der nach Jahren als Geschäftsführer das Waldhorn 1996 übernommen hat: „Aber wir haben auch viele Besucher aus Tübingen und Reutlingen, und deshalb sind wir sicher kein typisches Land-Kino.“ Crossover nennt sich im branchenüblichen Anglo-Speak, was der Rottenburger anbietet und was – Bux lacht – „noch vor ein paar Jahren qualitätsorientiertes Mischprogramm hieß“. Mit anderen Worten: Das Waldhorn ist keine Abspielstätte für Blockbuster, aber es ist auch kein reines Programmkino.

Rein theoretisch können sich die Beträge bei der Vergabe in Berlin noch erhöhen, aber sicher hat der gebürtige Leonberger vom Bund für sein Jahresprogramm 2009 schon 5000 Euro Prämie, fürs Kinder- und Jugendprogramm weitere 2500 Euro Sonderpreis. Dafür und für die Förderung vom Land tut Bux auch einiges: Er orientiert sich ziemlich strikt an den Vorgaben.

Punkten kann zum Beispiel, wer öfter mal Dokumentarfilme laufen lässt oder immer wieder Filmabende mit Gästen wie Regisseuren und Referenten ansetzt. Auch Kooperationen mit anderen – von Naturschützern bis hin zu dem um mehr Sorgerechte kämpfenden „Väteraufbruch“ – geht Bux gern ein, so weit sie ihm politisch passen. Denn sie nützen dem Kino nicht nur bei der Bewertung, sondern erschließen ihm auch neue Szenen,

Das Wichtigste aber ist, einen großen Anteil deutscher und europäischer Produktionen zu spielen. Derzeit macht, immer nach verkauften Karten berechnet, US-Ware gerade mal 20 Prozent am Waldhorn-Output aus; über die Hälfte der 33 000 Besucher im Vorjahr kamen, um deutsche Filme zu sehen.

Noch verlässlicher rechnen lässt sich als Kinobetreiber mit Geld aus Brüssel (oder genauer: aus Paris): Wie über 2000 andere Kollegen auch hat sich Elmar Bux gehört der Vereinigung Euro Cinemas angeschlossen, was ihm zuletzt 15 000 Euro EU-Zuschuss eintrug. Dafür verpflichten sich die Mitglieder, einen Mindestanteil so genannter nicht-nationaler europäischer Filme zu zeigen. Im Waldhorn waren das 2009 die nötigen 30 Prozent, internationale Koproduktionen mit deutscher Beteiligung immer eingerechnet.

Obwohl er also ganz gut damit lebt, dem Mainstream nicht hinterher zu laufen, spielt der 50-Jährige pro Monat mindestens einen großen Film in 3 D-Qualität. Keine harte Action und nichts Brutales, sagt Bux, „denn da laufe ich synchron mit meinem Publikum“ – schon lieber familienfreundliches Kino à la „Shrek“. Und dafür hat er zu Jahresbeginn – wieder mit Unterstützung von Bund, Land und EU – kräftig investiert: 40 000 Euro hat der digitale Projektor gekostet, noch einmal 16 000 Euro der Server, in dem die auf Festplatte angelieferten Programme ausgelesen werden.

„Damit“, sagt Elmar Bux, „gehören wir zu den 15 Prozent der Kinos in Deutschland die schon digital sind.“ Und das, findet er, ist nicht nur eine Prestigefrage. Zuletzt bescherte die Fußball-WM der Branche wieder eine Besucherdelle – 7 Prozent minus waren es den Juli über im Waldhorn. „Das ist nichts Besorgniserregendes, aber es heißt, dass Kino kein Selbstläufer ist.“

Das gilt auch nicht für das ambitionierte Kabarettprogramm, eine Waldhorn-Spezialiät, in die auch die 7000 Euro Jahresförderung der Stadt fließen. Obwohl es machbar wäre, will Bux nichtmehr als die derzeitigen 40 Theatergastspiele pro Jahr veranstalten – auch mit Rücksicht auf die Kino-Prämien: „Es soll nicht der Eindruck entstehen, als würde ich damit Georg Schramm oder Josef Hader querfinanzieren.“

Richtig stolz ist der Rottenburger darauf, seit vergangenem Jahr das „erste klimaneutrale Kino Deutschlands“ umzutreiben. Von der Hochschule für Forstwirtschaft hat er den CO2-Ausstoß des Waldhorns hochrechnen lassen und finanziert als Kompensation nun regelmäßig Wiederaufforstungsprojekte in der dritten Welt mit. Als Publicity Stunt ging damals bundesweit durch die Medien, was zugegebenermaßen Bux‘ Publikum nicht ganz so wichtig ist. Aber ihm: „Meine Arbeit soll im Einklang stehen mit den Ideen, die mir etwas bedeuten. Sonst würde ich sie nicht mehr so gern machen.“

17.08.2010 - 10:56 Uhr | geändert: 17.08.2010 - 13:15 Uhr
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Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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