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Trotz Vorbehalten im Rathaus

Christopher Buchholz, der Sohn von Hotte, ist neuer Leiter der Französischen Filmtage

Die Französischen Filmtage haben einen neuen Chef: Die Mitgliederversammlung des Trägervereins wählte am Samstag Christopher Buchholz für vorerst ein Jahr zum neuen Festivalleiter.

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Klaus-Peter Eichele
Christopher Buchholz.  Bild: Faden Christopher Buchholz. Bild: Faden

Buchholz? Ganz genau: Der 47-Jährige mit Wohnsitzen in Paris, Berlin und Los Angeles ist der Sohn des 2003 verstorbenen deutschen Filmstars der fünfziger und sechziger Jahre. 2005 fand seine noch zu „Hottes“ Lebzeiten gedrehte Dokumentation „Horst Buchholz – mein Papa“ den Beifall vieler Kritiker. Das allein allerdings qualifiziert ihn noch nicht für die Führung von Deutschlands größtem französischsprachigem Filmfestival.

Im Gespräch mit dem TAGBLATT führt Buchholz vor allem seine Verwurzelung im Filmbusiness quasi von Kindesbeinen an als Befähigungsnachweis ins Feld. Seit 25 Jahren tritt er als Schauspieler in deutschen (“Luther“), französischen und schweizerischen Filmen auf; daneben betreibt er eine kleine Produktionsfirma und führt hin und wieder bei Kurzfilmen Regie. Dadurch und über seine Mutter, die in Paris als Agentin arbeitet, verfüge er über gute Kontakte in die französische Kinoszene.

Für genau so wichtig wie Beziehungen hält der deutsche, französische und amerikanische Staatsbürger seine Leidenschaft fürs Kino: „Mit Enthusiasmus kann man viele Türen öffnen“ – und jenseits der üblich gewordenen Geldflüsse bekannte Namen anlocken. Ausschlaggebend für seine nunmehr erfolgreiche Bewerbung sei aber auch der Ort des Geschehens gewesen: „Bei einem Sommer-Besuch habe ich mich vor ein paar Jahren spontan in Tübingen verliebt“.

Mit einem ausgefeilten Konzept kann Buchholz so kurz nach seiner Wahl noch nicht aufwarten. Erste Ideen gibt es aber wohl: „Bei mir wird das Wörtchen Fest in Festival groß geschrieben.“ So will er die Filmtage auch aus den Kinos hinaus auf die Tübinger Straßen tragen, besser als bisher in der Geschäftswelt und den anderen hiesigen Kulturinstitutionen verankern. Auch soll unter seiner Leitung mehr als bisher über Kino diskutiert und in Workshops Hintergrundwissen vermittelt werden. Dass ihm die Erfahrung im Kulturmanagement fehlt, verhehlt Buchholz nicht: „Keine Frage – da muss ich noch einiges lernen.“ Aber schließlich gebe es ein seit Jahren bewährtes Organisationsteam, auf das er sich stützen könne.

Buchholz setzte sich bei der Mitgliederversammlung am Samstag mit großer Mehrheit gegen einen zweiten Kandidaten durch, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Zuvor hatte eine sechsköpfige Findungskommission rund 30 Bewerber gewogen und diese beiden mehrheitlich für geeignet befunden – allerdings gegen das Votum der Tübinger Kulturamtsleiterin Daniela Rathe.

Ihren erheblichen Vorbehalten gegen Buchholz hat sich auch Boris Palmer angeschlossen. Der Oberbürgermeister zeigte sich gestern gegenüber den TAGBLATT verärgert, dass sich der Verein über den ausdrücklichen Willen der Stadt, des zweitgrößten Zuschussgebers der Französischen Filmtage, hinweggesetzt hat. Das Ergebnis will er dennoch akzeptieren. Filmtage-Vorstandsfrau Andrea Le Lan ist ihrerseits über die Intervention des OB verwundert: „Das Wahlprozedere lief genauso ab, wie mit der Stadt abgesprochen“.

18.01.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 30.03.2010 - 13:10 Uhr
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Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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