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Oscar für Kathryn Bigelow

Sensationssieg für die Frau, die am liebsten Testosteron-Filme dreht

Kathryn Bigelow hat als erste Frau den Regie-Oscar bekommen. Ironischerweise eine Filmemacherin, die für Action- und Testosteron-Kino steht.

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Artikelbild: Sensationssieg für die Frau, die am liebsten Testosteron-Filme dreht Glückwünsche vom Ex-Mann: James Cameron will Kathryn Bigelow aber doch ein wenig würgen. Foto: apn

"Hollywoods letzten Macho" nannte sie der "Spiegel" kürzlich. Ihr vielfach prämierter Film "The Hurt Locker" wurde mehrfach als "knallhartes Männerkino" bezeichnet. Doch das ist nichts, worüber Kathryn Bigelow viel nachdenkt - wenn sie nicht dauernd danach gefragt würde. Sie sagt: "Ich sehe mich als jemanden, der Filme macht, und freue mich auf den Tag, wenn Mann oder Frau keine Rolle mehr spielt."

Jetzt hat sie zumindest den "Tag ihres Lebens" erlebt: Sie wurde mit dem Regie-Oscar ausgezeichnet. Eine zweite Trophäe durfte sie als Co-Produzentin von "The Hurt Locker", dem "Besten Film" des Jahres, mit nach Hause nehmen.

Kathryn Bigelow steht für zupackendes, messerscharf konturiertes Kino mit brillanter Kameraarbeit und jeder Menge Energie. Im Vampirfilm "Near Dark" (1987) ließ sie neon-stylisch Blut fließen, in "Blue Steel" (1990) legte Jamie Lee Curtis als Cop einem Serienkiller das Handwerk. "Point Break" (1991) lieferte packende Bilder aus der Surfer-Szene. Damals, vor knapp 20 Jahren, sah es schon nach einer großen Karriere aus, doch dann erwies sich der aufwendige "Strange Days" als Enttäuschung an der Kinokasse. Dabei hatte Bigelow einen klasse Millenniums-Kracher gedreht - nach einem klasse Drehbuch von James Cameron, mit dem sie von 1989 bis 1991 verheiratet war und mit dessen "Avatar" sie sich nun im Oscar-Kopf-an-Kopf-Rennen wiederfand.

Nur acht Filme hat die umwerfend aussehende 58-jährige Kalifornierin, die erst Malerei, dann Film studiert hatte, gedreht, "The Hurt Locker" war ihr erstes Kinowerk seit 2002. Ein Umstand, an dem die Oscars etwas ändern sollten.

Was auch James Camerons Beifall fände. Als der Kino-Visionär im Januar den Golden Globe gewann, stammelte er auf dem Podium: "Ich habe nichts vorbereitet. Offen gesagt, ich dachte, dass Kathryn gewinnt. Sie hätte es verdient." Jetzt, bei den Oscars, war es endlich soweit. Nicht endlich, weil sie eine Frau ist. Sondern endlich, weil Kathryn Bigelow eine hervorragende Regisseurin ist. abo

09.03.2010 - 08:31 Uhr | geändert: 18.05.2010 - 13:54 Uhr

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