10.07.2010 Drucken Empfehlen
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Buddha, Jehova, Kabbala und Co.

Hollywood-Stars auf der Suche nach dem passenden Glauben

Es ist das Mekka der Filmindustrie. Von der muslimischen Religion jedoch ist in Hollywood wenig zu spüren. Stattdessen ist dort ein buntes Allerlei an Glaubenslehren zu Hause. Man ist offen für alles.

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GUDRUN SOKOL
Artikelbild: Hollywood-Stars auf der Suche nach dem passenden Glauben Victoria Beckham (links oben) zeigte nach ihrer Übersiedlung in die USA großes Interesse an allem, was in Hollywood so geglaubt wird. Gwyneth Paltrow (darunter) und Madonna (oben rechts) haben sich der jüdischen Geheimlehre Kabbala zugewandt. Prince (rechts unten) missionierte für die Zeugen Jehovas. John Travolta (unten links) ist seit 35 Jahren Scientologe, macht aber vergleichsweise wenig Aufhebens darum. So hält es auch Hollywoods „ältester“ Buddhist Richard Gere.

Die Hügel von Hollywood sind eine Welt für sich, in der Schein und Sein, Fakt und Fiktion, Träume und Tatsachen verschmelzen. In dieser wirklichkeitsfernen Welthauptstadt der Stars und Studios, der Schönen und Reichen ist das Bedürfnis nach Halt im Spirituellen offenbar groß. Und weil in den USA jeder glauben darf, was er will, finden exotische Religionen und mystische Glaubenslehren ebenso wie autoritäre Sekten in Hollywood schnell und leicht prominente Anhänger.

In der jüdischen Geheimlehre Kabbala entdeckten schon viele Stars auf Sinnsuche ihre mystische Spielwiese. Superstar Madonna etwa, des Rummels um ihr Wesen als Mittvierzigerin überdrüssig, wandte sich dieser spirituellen Lehre zu, nannte sich Esther, trug rote Armbändchen, legte Wert auf koscheres Essen, spendete großzügig und machte Kabbala zum Kult. Auch Schauspielerin Gwyneth Paltrow konnte sich für das Deuten von Buchstaben und Zahlen begeistern, mit der die Geheimlehre ihre Fans fasziniert. Ashton Kutcher, Demi Moore und Paris Hilton folgten. Victoria Beckham setzte ihre Hoffnungen ganz in das rote Kabbala-Armband, das seinen Träger angeblich vor bösen Blicken - und vor fremden Frauen - schützt. Jedenfalls soll die Fußballergattin ihrem Ehemann David einen solchen roten Wollfaden gekauft und ums Handgelenk gebunden haben.

  Zahlungskräftige Hollywoodgrößen in der Anhängerschaft zu haben, die zudem bereit sind, ihren Glauben mit großem Enthusiasmus in die Welt zu tragen, lohnt sich für die Organisationen - vor allem, wenn es sich um umstrittene wie Scientology handelt.

Eifrigster Repräsentant und Missionar ist seit vielen Jahren Tom Cruise. Der Schauspieler ist in prominenter Gesellschaft: Lisa Marie Presley und Kristie Alley bekennen sich dazu, John Travolta sowieso. Der heute 56-jährige Mega-Millionär schloss sich bereits 1975 Scientology an, als er seinen Aufstieg zum "Saturday-Night-Fever"-Star noch vor sich hatte. Selbst David und Victoria Beckham sollen sich mit ihrer Übersiedlung nach Kalifornien vor knapp drei Jahren für Scientology interessiert haben. Jedenfalls pflegte das Glamourpaar enge Kontakte zu Tom Cruise und Ehefrau Katie Holmes - vielleicht auch, um im fremden Land rasch zu den so genannten Celebrities aufzusteigen.

Aus der Mitgliedschaft der Beckhams wurde nichts - wie die britische "Sun" erfahren haben will, soll sich das Ex-Spice-Girl alsbald empört von Scientology distanziert und unmissverständlich klar gemacht haben, dass sie für diese Gemeinschaft nichts und schon gar kein Geld übrig habe.

Vergleichsweise erfolglos blieben dagegen die Versuche des exaltierten US-Musikers Prince, seinen Glauben ins Gespräch zu bringen. Der bekennende Zeuge Jehovas erzählte zwar anlässlich seines Comebacks zu Beginn des neuen Jahrtausends in diversen Interviews, er liebe es, auf "Pilgerreisen" mit der Bibel unter dem Arm von Tür zu Tür zu ziehen und die Menschen für die Zeugen Jehovas zu gewinnen. Doch nicht einmal die Randbemerkung, dass seine religiöse Einstellung sexy Tanzeinlagen ebenso wie schlüpfrige Songtexte verbiete, sorgte für den erhofften Aufschrei.

Auch bei Michael Jackson, der wie seine Schwestern LaToya und Janet als Zeuge Jehovas erzogen worden war, spielte der Glaube in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle. Ohnehin war der "King of Pop" zeitlebens auf der Suche nach einer passenden Religion. Nach seiner Heirat mit Lisa-Marie Presley gab es Gerüchte, er habe sich - wie seine Ehefrau - Scientology zugewandt. Zehn Jahre später wies ihn dann ein rotes Stoffband, das er bei einem Auftritt am Handgelenk trug, als potentiellen Kabbala-Anhänger aus. Und als sein Bruder Jermaine 2007 zum Islam übertrat und Michael Jackson zudem nach Bahrain zog, wurde gemunkelt, er werde ebenfalls Muslim. Bestätigt hat sich das nie.

Womöglich wäre am Ende auch Michael Jackson im Kreise prominenter Buddhisten gelandet - so wie viele Stars und Sternchen. Die Religion aus Fernost boomt in Hollywood - was kein Wunder ist: Bietet doch gerade ein Glaube, in dem Ruhm, Show und Geld keine Rolle spielen, den überbezahlten, überschätzten und oft überforderten Stars die Möglichkeit, einer reichlich hysterischen Welt abgewandt mit sich ins Reine zu kommen.

10.07.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 02.09.2010 - 12:53 Uhr
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Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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