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Die Filmwelt trauert

Eric Rohmer ist tot

Er galt als sensibler Moralist und als ruhiger, präziser Geschichtenerzähler: Eric Rohmer war einer der Großen des europäischen Kinos.

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RUDOLF WORSCHECH, epd

Er gehört zu den bekanntesten Regisseuren der französischen Nouvelle Vague der 50er und 60er Jahre, doch anders als viele seiner Kollegen war Eric Rohmer kein kühner Bilderfinder. Eher ein sensibler Moralist und intellektueller Essayist. Am Montag ist Rohmer im Alter von 89 Jahren gestorben.

In „Herbstgeschichte“, einem seiner letzten Filme, der 1999 in die Kinos kam, ging es nur vordergründig um die Jahreszeit, die die ersten kühlen Nächte bringt. Es war vor allem auch das Lebensalter, das Rohmer interessierte, Menschen im Herbst ihres Lebens. Rohmer erzählt von einer verwitweten Winzerin, deren beste Freundin sie verkuppeln will und damit einen Reigen der Gefühlsverwirrungen, absurden Situationen und Intrigen auslöst.

Rohmer, 1920 als Jean-Maurice Schérer geboren, machte Filme voller Beiläufigkeit und Alltäglichkeit, auch wenn sein Thema immer die Liebe ist. Seine Filme sind streng komponiert, verzichten auf kameratechnische Mätzchen. Sie leben vom Dialog, und hinter den Worten versteckt sich oft mehr als zuerst scheint. Es sind Versuchsanordnungen, die mit ihren Personengeflechten um Wahrheit und Lüge, um Betrug und Selbstbetrug kreisen – und um die Moral.

Rohmer selbst hat seine Geschichten in Zyklen gegliedert. Bekannt wurde er durch die sechs Filme umfassenden „Moralischen Erzählungen“, zu denen „Meine Nacht bei Maud“ (1968) gehört.

1980 begann er mit „Die Frau des Fliegers“ seinen zweiten Filmzyklus „Komödien und Sprichwörter“, der mit „Pauline am Strand“ (1982) auch einen seiner bekanntesten Filme beinhaltet. Die „Herbstgeschichte“ wiederum schloss seinen Zyklus der „Jahreszeiten“ ab. Seine Filme wirken wie improvisiert, obwohl sie es nicht sind, sie fangen die Atmosphäre eines Raumes ein oder den Zauber einer Landschaft.

Herausgehen auf die Straße und Filme machen, das war einmal das Credo der Regisseure der Nouvelle Vague, in deren Umkreis Rohmer zu arbeiten begann. Der studierte Altphilologe gehörte mit Truffaut und Chabrol, Godard und Rivette zu den Regisseuren, die quasi vom Schreiben zum Filmen kamen, die aus der Ablehnung des konventionellen französischen Films den „Film der Autoren“ proklamierten.

Und Rohmer gelang es dann, ein ganz eigenes, unverwechselbares Werk zu schaffen.

12.01.2010 - 13:19 Uhr | geändert: 27.01.2010 - 11:51 Uhr

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