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Interview

Action als Katharsis: Liam Neeson – von „Schindlers Liste“ zum „A-Team“

Er verkörperte Oskar Schindler und Alfred Kinsey. Nun, wo er auf die 60 zugeht, feiert Liam Neeson Erfolge als Action-Star. Diese Woche kommt der Nordire mit dem „A-Team“ augenzwinkernd krawallend ins Kino.

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Dieter Osswald
Artikelbild: Action als Katharsis: Liam Neeson – von „Schindlers Liste“ zum „A-Team“ Liam Neeson in "Schindlers Liste" (1993) ...

Mr. Neeson, kaum ein Schauspieler wechselt so häufig wie Sie von Kunst zu Kommerz. Worin liegt der Reiz?

LIAM NEESON: Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich darauf antworten soll. Ich bin einfach gerne Schauspieler. Mein Ansatz ist derselbe, ob bei Oliver Hirschbiegel oder beim "A-Team". Da gibt es die Figur - und es gibt es das, was diese Figur tun soll. Darauf konzentriere ich mich ganz einfach.

Es ist derselbe Ansatz - gibt es auch dieselbe Befriedigung bei diesen unterschiedlichen Rollen?

NEESON: Die Befriedigung ist tatsächlich ziemlich ähnlich. Natürlich ist es immer schön, einen kleinen unabhängigen Film zu drehen, der vielleicht etwas bedeuten könnte und auf Filmfestivals gezeigt wird. Es ist ja schon großartig, dass diese Art von Kino in diesen finanziell schwierigen Zeiten überhaupt noch gedreht werden.

Artikelbild: Action als Katharsis: Liam Neeson – von „Schindlers Liste“ zum „A-Team“ ... als Alfred Kinsey (2004) ...

Wie steht es um den "Jungs mögen Spielzeug"-Faktor in einem Actionfilm wie diesem?

NEESON: In Sachen Schauspiel gibt es den "Jungs mögen Spielzeug"- Faktor bei solch einem Film sicherlich. Aber was die Arbeit anlangt, ist das alles andere als ein Zuckerschlecken. Es waren lange und harte Drehtage und das dreieinhalb Monate lang.

Bei "96 Hours" sagten Sie vor zwei Jahren, das wäre der Beginn Ihrer neuen Action-Karriere. Was gefällt Ihnen an diesem Genre?

NEESON: Ich bekam das Angebot zu "96 Hours", nachdem ich Luc Besson, den Produzenten, in China getroffen hatte. Ich habe seine Arbeiten immer bewundert und erzählte ihm, dass ich gerne einmal eine Rolle bei ihm spielen würde. Er meinte, zufällig habe er gerade einen Film für mich. Ich habe also mit dem Training begonnen und ein paar Boxhiebe gelernt, und es wurde eine wunderbare Erfahrung, Action war wie eine Katharsis für mich. Aufgrund des Erfolgs bekam ich dann wohl das Angebot fürs "A-Team".

 Haben Sie da sofort zugesagt?

NEESON: Als mein Agent mir die Rolle im "A-Team" vorschlug, hielt ich es zunächst für einen Witz. Doch das Drehbuch war wunderbar geschrieben, ein Treffen mit dem Regisseur hat mich endgültig von dem Projekt überzeugt. Im Grunde sind das dieselben Geschichten wie aus einem Western oder wie aus "König Arthur und seine Tafelrunde". Hannibal ist ein unglaublicher Held. Er ist höchst moralisch, besitzt hohe ethische Werte und liebt sein Vaterland und seine Männer.

Artikelbild: Action als Katharsis: Liam Neeson – von „Schindlers Liste“ zum „A-Team“ ... und im aktuellen Actionfilm "Das A-Team".

Sie haben vor 30 Jahren schon in "Excalibur" mit Spezialeffekten zu tun gehabt, später in "Darkman" und "Star Wars" - wie hat der Computereinsatz Ihr Handwerk verändert?

NEESON: Spezialeffekte waren und sind einfach nur Werkzeuge.

Ohne digitale Tricks müssen Sie als Nichtraucher dicke Zigarren paffen - mit welchen Gefühlen?

NEESON: Als Ex-Raucher hatte ich mit den Zigarren so meine Schwierigkeiten. Aber ich verstand natürlich, dass die Autoren dieses Markenzeichen Hannibals beibehalten wollten. Er zündet sich immer dann eine Zigarre an, wenn sein Plan aufgegangen ist. In diesen Momenten ist er mit sich selbst und der Welt im Reinen. Deshalb ist es folgerichtig, dass er sich immer wieder einen Stumpen anzündet. Aber es ist klar, dass wir nicht wollen, dass Kinder ihm dies nachmachen.

Waren Sie in den 80er Jahren ein Fan der TV-Serie "A-Team"?

NEESON: Als die Serie lief, stand ich bereits als Schauspieler auf der Bühne in Belfast, ich gehöre also nicht unbedingt zu der Generation, bei der "A-Team" so enorm populär war. Aber ich erinnere mich noch gut, wie versessen meine Neffen und Nichte auf diese Serie waren, die sie mit fast religiösem Fanatismus angesehen haben.

Welche Serie war dann Ihr Liebling in den 80ern?

NEESON: "Cheers" war mein absoluter Liebling damals.

Wie stehts mit "Miami Vice"?

NEESON: In "Miami Vice" habe ich sogar einmal gespielt - Don Johnson hat mich erschossen (lacht).

Für große Rollen ist  Liam Neeson wie geschaffen: Der 1952 in Nordirland geborene Mime misst 1,93 Meter. Aber auch inhaltlich hat sich Neeson schon erfolgreich an Großem versucht: Er wurde als Hauptdarsteller von „Schindlers Liste“ für den Oscar nominiert, er verkörperte einen bedeutenden irischen Freiheitskämpfer („Michael Collins“) und einen wichtigen Sexualaufklärer („Kinsey“), er drehte Filme mit Woody Allen, Martin Scorsese, Ridley Scott und Christopher Nolan. Kommerzielles Kino macht Neeson ebenso, er war etwa in „Star Wars: Episode I“, den Fantasy-Epen „Chroniken von Narnia“ und „Kampf der Titanen“ zu sehen. Durch den Rachestory- Hit „96 Hours“ wurde Neeson 2008 überraschend zum Action-Star, nun legt er mit dem „A-Team“ nach.  2009 verlor Neeson seine langjährige Ehefrau Natasha Richardson, die nach einem Skiunfall starb.

Das „A-Team“ war eine der beliebtesten US-Fernsehserien der 80er-Jahre: ein Trupp extravaganter Ex-Soldaten hilft Menschen, die in Not geratren sind, wird selbst aber von der Militärpolizei gejagt. Die Kinofassung ist nun ein Actionthriller über vier Irakkriegsveteranen, die zu Unrecht ins Gefängnis kommen, ausbrechen und die wahren Drahtzieher des Verbrechens jagen. Beinahe im Minutentakt dröhnt, explodiert und scheppert es – wobei die Stunts und Spezialeffekte allen  physikalischen  Gesetzen trotzen. Allzu ernst nimmt sich der Film selbst dabei nicht.

10.08.2010 - 17:19 Uhr | geändert: 02.09.2010 - 12:53 Uhr
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Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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